Einrohrheizanlagen gelten bezüglich Optimierungsmaßnahmen als problematisch. Allgemein werden sie als "nicht fernwärmetaugliche Systeme" bezeichnet.
Vor allem bei sinkendem Heizbetrieb liefern sie meist hohe Rücklauftemperaturen bei hohen Massenströmen und geringer Spreizung.
Prinzipiell handelt es sich bei Einrohrheizanlagen um sehr simple hydraulische Systeme. Um einen problemlosen Betrieb gewährleisten zu können muss nur der hydraulisch ungünstigste (= der letzte Heizkörper) ausreichend aus der Ringleitung versorgt werden. Aufgrund der großzügigen Dimensionierung ist dies mit relativ geringen Vorlauftemperaturen möglich.
Um dies in allen Lastzuständen (hauptsächlich abhängig von der Außentemperatur) zu gewährleisten wurde einfach der Vorlauftemperaturfühler in die Rücklauftemperaturleitung Einrohrheizkreis gesteckt und die Heizkurve auf eine Rücklauftemperaturheizkurve nach Außentemperatur angepasst.
Aus einer Außentemperaturgeführten Vorlauftemperaturregelung nach Heizkurve wird dadurch eine Außentemperaturgeführte Rücklauftemperaturregelung nach Heizkurve.
- Temperatur am Regelfühler steigt => Mischer schließt => Vorlauftemperatur sinkt
- Temperatur am Regelfühler sinkt => Mischer öffnet => Vorlauftemperatur steigt
Umsetzung:
- Vorlauftemperaturfühler wurde in den Heizkreisrücklauf gesteckt
- Heizkurve wurde auf eine Rücklauftemperaturheizkurve eingestellt
- Die Rücklauftemperatur konnte um 5 bis 8 ° K gesenkt werden
Vorteile:
- Keine Beschränkung oder Begrenzung
- Vorlauftemperatur wird nicht beschränkt
- Mit jedem Standardregler umsetzbar (soweit „Stand der Technik“)
- Minimaler Umrüstaufwand
- Kein Fachwissen erforderlich
- Übersichtliche Optimierungsmaßnahme – keine unübersichtlichen komplexen regelungstechnischen Tricksereien erforderlich
- Kein hydraulischer Umbau erforderlich
- Umsetzung liegt in der Kernkompetenz des Wärmeversorgers - keine Abstimmung mit Dritten nötig
- Fehlertolerantes System: Unempfindlich gegenüber "Hausmeisteroptimierungen" - z.B. Erhöhung der Pumpendrehzahl wirkt sich nicht negativ auf die Rücklauftemperatur aus
- Prinzipiell für alle hydraulischen Systeme und Schaltungen geeignet (VORSICHT Frostschutzschaltungen Lüftungsanlagen benötigen regelungstechnische Adaptierungen)
Weiterentwicklung:
Rücklauftemperaturregelung bei Neubauprojekten (wurscht welches hydraulische System oder welche Art von Wärmeverbraucher)
- Der hydraulische Abgleich ist nicht unser Problem - und wird es auch in der Zukunft nicht werden.
- Durch Einstellung einer Rücklauftemperaturheizkurve laut Auslegung (bzw. Förderbedingungen) wird der ausführende Heizungsbauer zwingend einen hydraulischen Abgleich nach Stand der Technik durchführen müssen, da er ansonst die Planungsangaben (welche der Auftraggeber bezahlt hat) nicht einhalten können wird.
- in diesem Zusammenhang wird nochmals daruf hingewiesen, dass durch eine Rücklauftemperaturregelung nach Heizkurve keinerlei Beschränkung (Massenstrom, Vorlauftemperatur, Leistung, ...) erfolgt