Vertrag offiziell unterzeichnet, Südtirol als neues Mitglied
Mit Südtirol wächst die Kooperation der Biomasseverbände über die österreichischen Bundesländer hinaus. Aus dem bisherigen Dachverband Biomasseheizwerke West entsteht der Dachverband Biomasseheizwerke Alpenregion. Ziel bleibt der Erfahrungsaustausch, die gemeinsame Weiterbildung und die Stärkung der Wirtschaftlichkeit der Heizwerksbetreibenden.
Eine zentrale strukturelle Neuerung prägte den 21. Betreiber-Erfahrungsaustausch: Die bisherigen Verbände aus Salzburg, Tirol und Vorarlberg erweitern ihre Zusammenarbeit und nehmen den Südtiroler Energieverband offiziell in ihre Arbeitsgemeinschaft auf. Aus dem Dachverband Biomasseheizwerke West wird damit der Dachverband Biomasseheizwerke Alpenregion.
Andreas Moser, Koordinator der BioWärme Tirol und des nunmehrigen Dachverbandes, betont die Bedeutung dieses Schrittes: „Der Betreiber-Erfahrungsaustausch ist seit einigen Jahren eine Kooperation – einerseits mit der SEEGEN, andererseits mit dem Dachverband Biomasseheizwerke West, der wiederum eine Kooperation der Verbände der Bundesländer im Westen ist. Heute haben wir die Ehre, dass wir in unserer Kooperation Südtirol ganz offiziell aufnehmen dürfen.“ Der Dachverband vereint damit künftig vier Organisationen: den Südtiroler Energieverband, den Vorarlberger Biomasseverband, die BioWärme Tirol sowie den Dachverband Biomasseheizwerke Salzburg.
Von der West-Kooperation zur Alpenregion
Die Arbeitsgemeinschaft Dachverband Biomasseheizwerke West wurde am 19. März 2015 im Rahmen des Heizwerksbetreibertreffens der SEEGEN in Toblach gegründet. Ziel war es, die Dachverbände der Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg enger zu vernetzen. Die Zusammenarbeit damals wie heute zeigt sich vor allem bei gemeinsamen Veranstaltungen und Bildungsangeboten. „Ein Schwerpunkt ist die Kooperation bei Tagungen, etwa beim Betreiber-Erfahrungsaustausch, den wir gemeinsam gestalten“, erklärt Moser. Ein weiterer Bereich sei die Ausbildung: „Auch bei Schulungen, wie etwa der KEK-Schulung, arbeiten wir zusammen.“ Durch die enge Vernetzung werden größere Veranstaltungen, gebündelte Expertise und ein breiteres Netzwerk für Betreibende von Heizwerken möglich.
Dachverband als verbindendes Netzwerk
Der Dachverband versteht sich dabei bewusst nicht als steuernde Organisation für die einzelnen Regionen. Vielmehr agiert er als übergeordnete Plattform. „Dachverband – hier steht das Dach für übergeordnet. Der Dachverband wirkt nicht hinein in die Regionen, in diesen ist man selbst zuständig. Man ist aber das Dach darüber und arbeitet auf informeller Ebene zusammen“, so Moser. Auch der Begriff „Verband“ sei bewusst gewählt: „Verband ist immer verbindend. Wir versuchen, innerhalb dieser Regionen zu verbinden.“ Mit dem Beitritt Südtirols im Jahr 2026 wurde nun auch in gemeinsamer Abstimmung eine neue Bezeichnung gesucht, der Begriff „West“ sodann durch „Alpenregion“ ersetzt – als Ausdruck einer grenzüberschreitenden regionalen Vernetzung im Alpenraum.
Fokus auf erneuerbare Wärme
Inhaltlich steht weiterhin die Nutzung erneuerbarer Energie im Mittelpunkt. Obwohl der Name auf Biomasseheizwerke verweist, ist das Spektrum breiter. „Biomasseheizwerke – darum geht es. Bei uns ist allerdings alles vertreten, was erneuerbar ist“, beschreibt Moser. Neben klassischen Biomasseheizwerken seien auch Biomasseheizkraftwerke, die zusätzlich Strom erzeugen, sowie andere alternative Systeme wie Wärmepumpen, Abwärmequellen oder Power-to-Heat, die in erneuerbare Nah- und Fernwärmenetze einspeisen, Teil des Netzwerks. Mit der Erweiterung zur Alpenregion soll dieser Austausch künftig über Landesgrenzen hinweg noch intensiver stattfinden.